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4WD = Allradfahren in Australien.

Eines der ganz grossen Hobbys der Australier ist das Allradfahren (4WD = four wheel drive). Mag daran liegen, dass hier keiner richtig fahren kann und man den Allrad braucht um wieder aus dem Strassengraben zu kommen – aber das ist natürlich nur so eine Vermutung.
4WD die Grew
Fast jeder Australier hat irgendwie ein Auto mit Allrad, auch wenn’s nur ein normaler Suzuki ist. In vielen Gebieten des Landes braucht man diese auch wirklich jeden Tag, denn nur 20% aller australischen Strassen sind asphaltiert – alles andere ist Schotterpiste im Hinterland – und da wohnen halt auch noch ziemlich viele Aussies. Was auch auffällig ist – viele der Geländewagen, aber auch Busse und Lastwagen haben sogenannte Schnorchel. Diese werden benötigt wenn hier mal wieder sintflutartig der Himmel runterkommt und die Strassen komplett unter Wasser setzt. Deshalb sind auch an alleAustralische 4WD Trucksn gefährdeten Stellen immer Anzeigen wie hoch das Wasser schon steht, denn selbst mit Schnorchel kommt man nicht mehr überall durch. Hinter der ganzen Offroad Geschichte steht natürlich eine ganze Industrie und so gibt es hier einige Hundert Werkstätten die nichts anderes machen als Geländewägen tunen. Ich als Neuling hatte ja nur wenig Ahnung – das einzige Allradfahrzeug das ich bisher gefahren bin war unser guter alter Feuerwehrzug – aber der ist nicht wirklich Offroad tauglich. Deshalb habe ich mich erst mal schlau gemacht was es hier denn so alles gibt und wo man vielleicht mal eine Tour machen könnte. Dabei bin ich auch über Kollegen Ian gestolpert der sich da ganz gut auskennt und mich zu einer Tour eingeladen hat. Wir haben dann beschlossen daraus gleich einen ganzen Ausflug zu machen und noch Darren und unseren SchaffiWerkstudent Sascha mitzunehmen. Damit die Sache ein wenig lustiger wird haben wir ihm erzählt, dass man zum 4WD unbedingt einen Helm tragen muss. Wir haben das über mehrere Wochen geplant und auch von anderen Quellen einfliessen lassen so dass er dann auch tatsächlich mit einem Helm zu Ians Haus gekommen ist von wo aus wir gestartet sind.

Wo ist denn da die Strsse hin?Ian hat einen etwas älteren Landrover Discovery mit unheimlich viel Platz im Innenraum. So konnten wir es uns alle gemütlich machen. Ian also auf zu den Startplätzen die es hier gibt – offizielle Geländetouren – nicht zu vergleichen mit unbefestigten Strassen. nur nicht die Wand zerkratzenDas erste was mir auffiel ist, dass die Kiste auf den übergrossen Reifen und der hohen Federung ganz schön auf der Strasse schwimmt – aber ich muss ja nicht fahren – dachte ich. Als erstes haben uns unsere Kollegen versetzt die Ian noch gefragt hatte – einer wegen gebrochener Achse und der andere wegen riss im Kühler – jo Geländefahren kann der Karre ganz schön zusetzen. Nun fährt man aber nie alleine ins Gelände – man weiss ja nie wann man aus dem Sumpf gezogen werden muss. So haben wir auf dem Parkplatz eine Gruppe anderer „Trucks“ angesprochen ob wir uns anhängen Können. Dazu haben alle Funkgeräte mit an Board über die man in Kontakt bleiben kann. Und dann ging’s auch schon los. Über eine Steinstrasse die ich nicht mal zu Fuss hoch gehen würde den Berg hinauf. Die Kiste hat geschaukelt wie blöd, der Motor ist mit seiner Automatik in irgendwelche Untersetzungen gegangen und die Reifen haben geschrieen wie blöd. Mir ist da erst mal halb Seekrank geworden und ich sah uns schon im Salto rückwärts den Berg runter rollen – aberErst mal schauen wie tief das Wasser ist irgendwie haben wirs doch fast geschafft. Im oberen drittel sind wir stecken geblieben da wir kein Front und Rear-Lock haben. Was auch immer – wir sassen fest. Und aus der Kurve konnte uns auch keiner der anderen Trucks wirklich helfen. Aber für was gibt’s denn den Rückwärtsgang. Und so sind wir dann halb fahrend, schlickernd und schwimmend den Berg wieder halb runter. Ian hatte extra noch fast alle Luft aus den Reifen gelassen damit wir mehr Gripp hatten. Und dann halb schräg rückwärts in die Büsche und einfach mal in den Wald – wer braucht schon einen Weg. Leider kamen wir da auch nicht so arg weit da die Bäume immer dichter wurden – und da hilft auch kein Allrad. Wir also kreuz und quer durch den Wald und irgendwie doch noch oben angekommen. Die anderen Trucks haben da erst mal eine Pause eingelegt – und wir sind weiter ins Gelände hinter anderen Trucks her. Und dann hat’s angefangen so richtig Spass zu machen. Man muss halt erst mal vertrauen in das Auto und seine Fähigkeiten bekommen. Wir also ab durch tiefe Rinnen die mit Wasser gefüllt waren – das gab dann eine riessen Schlammwelle die das Auto überflutet hat. Anschliessend mussten wir dann auch den Zündverteiler trocken legen damit uns die Karre nicht stirbt. Und weiter über Steine, umgestürzte Bäume in Gräben und Furchen. An manchen stellen waren die Rinnen zu tief – aber da rutsch man dann halt auf der Achse den Berg runter – Hauptsache das Gefälle stimmt. Es hat immer mehr Spass gemacht – ja und dann hat Ian uns auch mal fahren lassen. Sascha hat den Vorreiter gemacht und ist wie ein Alter durch die Schlammlöcher und über Stock und Stein gejagt. I am the driver out of hell hahahaBei mir haben die Kollegen dann doch eher das führten bekommen – ich wollt’s halt spannend machen und bin durch die steilsten Hänge und um die engsten Bäume. Da gabs dann schon mal einen Schrei – aber da ich geschrienes englisch immer noch nicht richtig verstehe hat mich das nicht aus der Ruhe gebracht – und es ist ja alles heil geblieben – weiss also gar nicht was die so haben. Wir haben uns dann aber auch an einer Stelle versucht in der wir uns tatsächlich komplett festgesetzt haben – also kein vor und kein Zurück. Unten am Berg im Schlamm eingegraben und der Motor tot wegen Wasser in der Zündung. Karre aus dem Treck windenUnd so lernt man dann warum die Profis immer eine Handseilwinde bei sich haben – denn was macht man mit einer Hydraulischen Winde am Jeep wenn der Motor nicht mehr tut, oder mit einer elektrischen wenn die Batterie leer ist? Wir also fleissig das Equipment ausgepackt und die Karre zwei gute MetDas geht doch locker - einfach auf der Aches rutschener die halbe Wand hochgezogen. Dann kamen ein paar richtig mächtige Trucks zu Hilfe die mit ihren Fetten Reifen und den starken Dieselmotoren rückwärts zu uns runter kommen konnten und uns mit viel kraft und Gewalt aus dem Schlamm gerissen haben. Dabei ist dann auch erst mal noch ein Seil gerissen das einen von Ian Scheinwerfern zerschlagen hat. Und die Reifen sind mit tausend Umdrehung für einige Minuten durchgedreht – das gab einen abartigen Gestank nach verbranntem Dreck und heissem Gummi. Aber dafür waren wir wieder back on track. Und von da an ging dann auch alles lässig weiter. Wir sind noch einige überflutete Feldwege entlang geschlingert – so schnell wie irgend geht, denn man weiss nie wann der Wagen Unterwasser keine Haftung mehr im Schlamm hat und das Tempo braucht um sich quasi durch zu schlittern. Und am Abend sind wir dann alle vollkommen durchgeschüttelt und gerüttelt halb Grün im Gesicht aber glücklich wieder zu Ian um den Tag mit einem richtig fetten (fettigen?!) BBQ ausklingen zu lassen. Es hat super viel Spass gemacht und ich freue mich schon auf die nächste Tour. Zu dem hat sich mein wissen über Allradfahrzeuge gleich mal verhundertfacht. Wusstet ihr z.B. das die zusätBodenfreiheit !zlichen Frontscheinwerfer Atemschläuche haben die mit in den Schnorchel gehen damit sie unter Wasser nicht überhitzen? Wer also mal was über Allrad wissen will kann mich nun locker fragen. Weiss inzwischen auch was einen echten Truck ausmacht und was für Zubehör man braucht – also genug gefährliches Halbwissen um richtig damit angeben zu können. In Deutschland gibts solche Wege übrigens meines Wissens nach nicht wirklich so das ich euch keinen Vergleich anbieten kann. Truck ahoi.

Film 1 Steinpiste (5MB)
Film 2 Jürgen fährt (5,7 MB)
Film 3 Big PIG im Schlamm (5,6 MB)
Film 4 Steinpiste klein (2,7 MB)
 

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