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Hello again
Diesmal geht’s hier um Höhlen und Gipfel. Auf jeden Fall dachte ich, dass es um Höhlen geht. Wir wollten uns in Atherton das Kristallmuseum ansehen - was als "Grotte" angepriesen war. Auf den Bildern sind auch alle mit Helm herumgelaufen - muss also unter Tage sein. Nach dem wir aber keinen Hinweis auf eine Grotte finden konnten sind wir ins örtliche Kristallgeschäft getappt. Dort haben die Leute uns gleich mit offenen Armen empfangen, einen Helm aufgesetzt, eine Karte in die Hand gedrückt und ins Hinterzimmer geschickt. Und so haben wir uns die beste Papp-Grotte angesehen die mir jeh begegnet ist. Mal ganz im Ernst - es ist eine wundervolle Sammlung von Kristallen aus der ganzen Welt und die Präsentation in der selbstgebastelten Grotte ist liebevoll und detailreich. Hier haben wir auch eine deutsche Verkäuferin getroffen. Auf die Frage wie es ihr denn gefällt bekamen wir eine lange Antwort die man kurz mit "gar nicht" zusammenfassen kann. Das Land ist zu weit, die Kultur zu eintönig, das Klima auf Dauer lästig etc. Na das hat mir doch gleich mal wieder so richtig Mut gemacht. Abends sind wir dann noch um einen See gelaufen dessen grösste Attraktion Süsswasseraale sind. Und von denen hat sich keiner Blicken lassen - war aber trotzdem sehr schön so durch den Urwald am Seeufer zu laufen. Es sind uns auch interessante Tiere begegnet. BrushTurkeys - sehen aus wie Hühner, haben aber einen Hintern wie ein Wetterhahn. Davon gibt es eine ganze Menge und die haben auch keine Scheu vor Menschen. Habe mir aber sagen lassen, dass sie nicht besonders gut schmecken - ziemlich zäh. Zum Glück hatten wir wie immer Obst dabei und waren nicht aufs Jagen angewiesenen. Hier kann man auch ganz schnell zum gejagten werden. Es gibt überall Hinweisschilder auf Cassowaries aufzupassen. Die sehen auch aus wie Hühner (die Cassowaries, nicht die Schilder) - aber auf den Schildern sind sie immer fast so gross wie Menschen dargestellt. Mann soll bei einem Angriff einen handlichen Gegenstand vor sich halten - ich habe einfach Claudia vorgehen lassen :-) Später haben wir dann einen Ausgestopften gesehen - die Tiere sind tatsächlich so gross wie Claudi. Wäre bestimmt spannend geworden. Dann wieder zurück einmal um die Tabellands zu einem wunderbaren Campingplatz bei den Fishery Falls. Da haben wir uns dann bei fast Vollmond noch nachts in den Pool geschlichen und dachten, der automatische Poolreiniger sei ein Krokodil, welches uns gleich frisst. Nach dem der Poolboden aber wohl besser schmeckt konnten wir den Abend so richtig gemütlich ausklingen lassen. Und dann ging’s früh raus. Wir haben uns den Wecker gestellt damit wir auch zeitig aus den Federn kommen. Wir hatten eine lange Wanderung geplant die im Fuehrer mit bis 12 Stunden angegeben war. Und es waren auch einige Stellen als "steep" eingestuft. Seit unserem Aufstieg zu den Glasmountains wussten wir, dass der Australier nur dann "steep" sagt wenn er es auch meint . Deswegen wollten wir spätestens um acht unterwegs sein auf den höchsten Berg von Queensland "Mount Bartle Frere". 1500 Meter bergauf und 7,5km lang - wer will kann sich mal die Durchschnittssteigung ausrechnen. Froh gemut sind wir dann auch gestartet obwohl die Bergspitze leider im Nebel lag. Es war eine wunderbare Tour. Wir mussten pro Richtung fünf Furten überquere in dem wir von einem Stein zum anderen gesprungen sind - kam mir vor wie in einem schlechten Computerspiel. Nach dem wir dann das Basecamp passiert hatten begann der echte Aufstieg. Ab und zu fast senkrecht die Wand hoch an Wurzeln und Ästen - und hier kommen die ersten richtig gemeinen Tiere ins Spiel. Ich habe ein stechen an der linken Wade gespürt und wie immer danach geschlagen - Stechmücken. Aber das stechen hat nicht aufgehört. Habe ich noch mal danach geschlagen - und was glitschiges gespürt. Ein Blick nach unten hat mir dann gezeigt, dass ich zum ersten mal in meinem Leben von einem Blutegel gebissen wurde. Und die Tiere sind zäh. Die kann man hinten festhalten, kräftig ziehen, und dann lassen sie mit einem "Plopp" los. Einfach danach schlagen bringt nichts. Nach weiteren zwanzig Metern hat es mich schon wieder gebissen, und da haben wir gemerkt, dass der ganze Weg von den Biestern gepflastert war. Tapfer sind wir weiter den Berg hoch und haben alle zehn Meter Pause machen müssen um die Egel vom Schuh und den Socken zu ziehen. Und während mann da so stand sind auch schon die nächsten aus dem feuchten Boden gekrochen. Ich habe echt gedacht ich bekomme eine Phobie und Träume die nächsten Nächte nur noch vom Angriff der Egel.
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Die bewegen sich wie eine Spiralfeder die man die Treppe herunterlaufen lässt. Reinbeissen, dann einen Halbkreis schlagen, festhalten, Halbkreis schlagen und wieder reinbeissen - so lange bis irgend wann Blut kommt. Ihr seht an meiner langen Beschreibung, dass mich das echt fertig gemacht hat. Aber nach sechs Stunden Aufstieg sind wir dann endlich oben angekommen, und auch der Himmel hat immer wieder kleine Lücken aufgemacht durch die wir ins Tal sehen konnte.
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Wir waren mächtig stolz auf uns. Runter waren dann nur noch wenige Egel da, muss daran gelegen haben, dass wir viel schneller gelaufen sind und einfach weniger Bodenkontakt hatten. Tags drauf sind wir nach Cairns und haben da einen lauen Tag gemacht. Mit Mails schreiben, Kaffee trinken und abends in eine völlig durchgedrehte Show namens "Reef Teach" zu gehen. Wir haben tatsächlich sehr viel über das Reef erfahren und uns auch merken können - was überwiegend am Vortrag lag. Leider kann ich die Rhetorik und Gestik für meine eigenen Prä sentationen nicht anwenden. Entweder würde man mich fragen wo es die Drogen zu kaufen gibt - oder sie würden mich einliefern lassen. War auf jeden Fall lustig. Nun wissen wir welche Fische die Farbe wechseln wenn es nacht wird, was Hart- und Softkorallen sind, welche Muscheln tödlich sind und warum uns am Reef kein Hai frisst. Fand ich besonders anschaulich. Am Reef sind nur kleine Haie unterwegs, und die können ihre Kiefer nicht besonders weit aufmachen. Wenn uns also so ein Hai angreifen würde um uns zu Essen, dann wäre das etwas so, wie wenn ich auf die Wiese rennen wuerde um in eine Kuh zu beissen. hahaha Cairns ist der Ballermann von Australien, um so verwunderlicher, dass es nur 60.000 Einwohner hat und eigentlich ausser etwa 110 Tauschschulen nicht viel bietet. So haben wir die Attraktion schlecht hin gleich wahrgenommen. Mit einem Zug in die Berge zum Ort Kurranda und mit der längsten Seilbahn der südlichen Halbkugel wieder zurück nach Cairns. War eigentlich ganz nett so durch die Berge zu fahren. Von der Seilbahn aus hat man den Urwald auch mal direkt von oben gesehen (Habe mich wieder an die Egel erinnert). Ach und auf dem Berg gab es einen kleinen Zoo mit einer Koalastreichelstation. Hat mir sehr gefallen den kleinen, verschlafenen Koala im Arm zu haben. Und dem hat es bei mir auch gefallen - ist gleich wieder eingeschlafen. Aber die werden von dem Eukalyptus den sie futtern eh high - also vielleicht war der Koala auch nur stoned. Dann hiess es Camper reinigen und auf nach Alice Springs.
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