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Chinese New Year 28.1. & 29.1.2006
Gong Xi Fa Chai = Happy new year
Also ich feier ja gerne – und wir nehmen ja auch jeden Anlass – aber zwei mal Neujahr feiern ist irgendwie nicht richtig. Soll ich dann meine guten Vorsetzt zwei mal beteuern? Oder kann ich sie nur für einen Monat einhalten und dann im neuen (chinesischen) Jahr gleich wieder über Bord werfen? Aber Party muss sein, und so habe ich auch gleich zugesagt als Kollege Ian zu sich eingeladen hat um im Kreise seiner Familie und engster Freunde zu feiern. Am Rande sei bemerkt das Ian so ziemlich genau 62 Cousins und Cousinen hat – was nicht viel ist wenn man 20 Tanten und Onkels besitzt – und der engste Freundeskreis ist dann auch gerne mal 20 Leute stark – also eine Fette Party mit immerhin 50 Gästen (Schliesslich können ja nicht alle kommen). Und was machen die Chinesen an Neujahr – Essen, Trinken und Glücksspielen. Deswegen ging die Party auch schon um 12.00 Mittags los damit man genügend Zeit für alles hat. Ian hat sich ans BBQ gestellt und die ganze Meute mit ausreichend Fleisch versorgt. Unsere beiden Prakties haben wir auch an Board gehabt – und die waren für den Bierausschank zuständig – wobei das nicht ganz funktioniert hat da sie das meiste selber vernichtet haben. Ich hatte eine der Deutschen Studentinnen mit dabei (die Frauenquote ist eigentlich immer zu niedrig) und hätte fast auch noch Kollegen Roy mitgenommen. Der hat leider so fest geschlafen, dass er nicht mal gemerkt hat das ich vor seiner Tür stand um diese einzutreten. So musste er halt nachkommen.
Wir haben’s uns dann bei Ian auf der Terrasse vor dem Haus gemütlich gemacht da es den ganzen Tag leicht geregnet hat und wir so den Garten nicht nutzen konnten.
Chinese New Year soll den Familien eigentlich Friede und Freude bringen (Eierkuchen nur in Deutschland) und ist voller Tradition und Aberglaube. So sollte man an Neujahr keine Scheren benutzen um den Glücksfaden nicht zu zertrennen – Fenster und Türen offen lassen damit das alte Jahr hinaus kann – man soll nicht über vergangenes reden sondern über die Zukunft – man sollte nicht weinen da das neue Jahr sonst traurig wird – und man sollte Rot tragen für Glück und Freude. Da konnte ich mit meinem grauen T-Shirt gleich mal gar keine Punkte machen – das steht für Trauer und Tot. Aber vor Mitternacht habe ich mir dann schnell noch ein rotes besorgt – man weiss ja nie. Die Tradition ist uralt und geht bis 2600 BC zurück. Sie basiert auf dem Mondzyklus und man rechnet immer in Blöcken von 12 Jahren die jeweils nach einem anderen Tier benannt sind. Die Legende sagt das Lord Buddha bevor er die Erde verlassen hat alle Tiere zu sich einlud um Abschied zu nehmen – aber es kamen nur 12. Zuerst die Ratte, dann Ochse, Tiger, Hase, Drache ?!, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Um das zu würdigen benannte er die Jahre nach den Tieren in der Reihenfolge in der sie kamen. Das Tier in dessen Jahr man geboren ist wohnt charakterisiert den Menschen da es ihm im Herzen wohnt. 2006 ist das Jahr des Hundes. Der Hund ist eigentlich kein schlechtes Zeichen – es steht für Leualität, Treue und Harre auf dem Teppich.
Zu jedem Chinese neu year gehört dann auch ein Drachentanz – wunderbar vorgeführt von Ians Bruder. Besonders lustig wenn alle schon leicht angedruckten sind und auf den Tischen mit dem Drachen tanzen (keine Bilder – Zensur!) Genauso wie den offenen Poker der den ganzen Tag gespielt wurde - ich habe mich da mal herausgehalten da am Tisch lauter Profis sassen und um echtes Geld gespielt wurde.
 Ich wollte dann abends noch in die Stadt um mir die Nachwehen der Feier dort anzusehen. Aber der Verkehr war so schlimm das ich dann doch heim bin. Dafür bin ich dann am nächsten Tag mit Christine noch mal in die Stadt. Da sind wir dann über den kleinen Markt in Chinatown gewandert und ich habe mir ein paar Glücksdukaten gekauft und natürlich einen Anhänger mit meinem Jahreszeichen – dem Tiger. Dort haben wir dann auch die offiziellen Drachentänze sehen können. Der Drache kommt normalerweise erst am Neujahrstag da er das neue Jahr mit sich bringt. Es gibt spezielle Gruppen die man anheuern kann um einen Tanz vor dem Haus zu machen. Normalerweise kommt dann die Gruppe mit 20 Mann zum Haus – spielt Musik – überwiegend auf Trommeln und der Drache bestehend aus zwei Mann beginnt zu tanzen. Nach einigen Minuten lässt man dem Drachen dann einen Salatkopf aus einem der Fenster zukommen. Der Drache muss hoch genug kommen um den Salat zu erhaschen – je höher der Drache kommt um so mehr Glück hat man im neuen Jahr. Es gibt berichte über Drachen unter denen acht Mann auf den Schultern übereinander Standen um Salate aus dem fünften Stock zu holen. Anschliessend frisst der Drache den Salat und wirft die Blätter in die Zuschauer. Dann wird einen Kaskade von Böllern angezündet um den Drachen zum nächsten Haus zu scheuchen. Lustigerweise ist oben an der Kaskade eine kleinere Bombe befestigt die mit einem Höllenlärm den Abschluss bilden sollte – die ging aber meist nicht los – vielleicht sollten sie keine billigen chinesisc hen Böller verwenden. Wir haben dann auch noch eine Schlange aus Papier gesehen die von einer Gruppe aus ca. Acht Leuten geführt wurde – aber deren Symbolik kenne ich nicht. Aus irgend einem Grund folgt sie einem überdimensionierten Lolli - vielleicht auch so was wie der Salat.
Und so bin ich diese mal zum ersten mal doppelt ins neue Jahr. Gong Xi Fa Chai
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