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ASIC Melbourne Marathon 2005 (9.10.2005)
und ich mitten drin! Leider nicht den ganzen Marathon gelaufen, und das kann einige Gründe haben. Leider habe ich in den letzten Wochen ein wenig zu ehrgeizig trainiert um ein gutes Bild zu machen. Am Strand und beim Marathon, denn ich hatte mich mal für die halbe Distanz angemeldet. Lief auch ganz gut (kleines Wortspiel) bis ich eines schönen Tages – eigentlich war’s bewölkt, aber das hört sich nicht so gut an – also da habe ich so ein leichtes ziehen im Knie verspürt. Und das ist dann nicht mehr von meiner Seite gewichen und hat sich in eine anständige kleine Entzündung umgewandelt. Da war dann also nix mehr mit laufen gehen für fast zwei Wochen. Vielleicht wäre es schneller gegangen wenn ich auch das tanzen eingestellt hätte, aber irgendwie war das Knie da immer ganz OK – woran das wohl liegen ma g? Ich also nur quasi eine Woche zum richtig Aufwärmen gehabt – und das war mir dann doch zu riskant für die ganze, halbe Distanz. Deshalb habe ich mich mal für den Marafun gemeldet. 7.5 km durch Melbourne – und wenn man nuschelt hört es sich fast an wie Marathon. Freitag also mal früher ins Bett und den Samstag über nicht viel gemacht. Bin mit einem Kollegen ins Kasino um auf Pferde zu Wetten. Man muss das ja lernen bevor hier in einigen Wochen das ganze Bundesland einen Feiertag hat weil in Melbourne das grosse Pferderennen ist. Ich habe mir also gleich mal das Pferd mit dem besten Namen gegriffen und ganz selbstbewusst auf „cuddly heaven“ gesetzt. Ich habe irgendwie schneller als die anderen Begriffen das Pferdewetten zum Glücksspiel gehören und man sich deshalb das Pferd nach Namen, Farbe, Nasenlänge oder Geburtsdatum heraussuchen kann. Naja, nicht ganz – aber sonst macht’s keinen Spass und die Gewinnquoten sind sonst auch nix. Wer also mal auf die Rennbahn will kann mich fachmännisch um Rat fragen. Aber zurück zum Samstag Abend – ist noch ein andere Kollege (ich nenne sie übrigens alle Kollegen, auch wenn sich nix mit Arbeit zu tun haben – nur mal so am Rande bemerkt) vorbeigekommen und wir haben uns bis drei Uhr morgens Herr der Ringe 1+2 in der extra langen Version angesehen. Sollte man nicht machen, wenn das Rennen am nächsten Tag um acht los geht. Ich also brav den Wecker gestellt und ab in die Falle. Und dann in aller Ruhe ausgeschlafen, denn mein Wecker hat eine spezielle Wochenendfunktion damit er nicht klingelt. Aber die innere Uhr ist ja auch noch da – ich hatte also noch zwanzig Minuten Zeit. Ich wie ein Ameisen im Hintern aus dem Betgesprungen in die Sportklamotten und zum Start gerannt, der ja nur 2 km von meiner Tür weg war. Und so kam ich dann an der Startlinie an. Völlig verschlafen, am keuchen wie ein alter Blasebalg und eigentlich schon völlig fertig nach meinem Sprint zum Start. Zum Gluck war das Wetter einigermassen gut, sonst wäre ich wohl einfach wieder heim gelaufen. Aber dann ging’s auch schon los – un d ich mit meinem Schneckentempo mitten drin. Wollte auf keinen Fall riskieren das mir das Knie auf halber Strecke versagt und bin’s deshalb gemütlich angegangen. Ist nicht ganz so gut für die Psyche wenn man von Kinderwägen überholt wird, aber was soll man gegen die PowerMütter von heute schon ausrichten? Und so bin ich dann immer weiter nach hinten gerutscht (nicht das ich vorne gestartet wäre, aber es haben mich trotzdem irgendwie alle überholt) bis ich mein Tempo gefunden hatte und locker mit einem sechzigjährigen eine Laufgemeinschaft gegründet habe. Für den Marafun hat man lockere 5 Stunden Zeit – das schaffen wir doch irgendwie. Und dann habe ich die Aufholjagd begonnen. Mein erster grosser Moment kam, als wir an der ersten Getränkestation vorbei sind. Mir ist ja klar, dass bei Kilo meter 37 eine Station für die Marathonläufer ist, mir ist aber nicht klar warum Marafunläufer hier stehen bleiben um was zu trinken. Vielleicht Schwaben? (Man hat’s ja schliesslich bezahlt) – ich also den Vorteil des Asketen ausgespielt und das Risiko einer totalen dehydration locker auf mich genommen und an den Getränken vorbeigezogen. Leider habe ich hier auch meinen Laufkumpel eingebüsst – aber es gibt ja noch andere Leute auf der Strecke die mein Keuchen durch ihr Hecheln kaschieren. Also munter einen Schuh vor den anderen die Fitzroystrasse hinauf. Ist ein gutes Gefühl die rote Ampel zu überlaufen an der man sonst immer stehen muss und einen Hass entwickelt. Ich habe ihr aber nur die Faust gezeigt – wollte ja keinen Rausschmiss riskieren. Und immer weiter mitten auf der Strasse. Dann hat sich ein Effekt ergeben den ich ja nicht verstehe, aber irgendwie scheint sich bei den Läufern auch so was wie Gruppen zu entwickeln. Und ich war wohl im hinteren Mittelfeld gelandet und hatte eine Kluft von bestimmt 500 Metern vor mir in der kein einziger Läufer war. Und das war dann die Durststrecke (also nur sinnbildlich, denn ich habe auch die zweite Getränkereiche mit einem verächtlichen Kopfschütteln passiert) Und ich habe es tatsächlich geschafft die Lücke zu ueberjoggen und das Mittelfeld einzuholen. Ich war ja schon stolz auf mich (war ja sonst keiner da) und bin immer schneller geworden. Das Knie war OK und ich wusste ja das es nicht mehr lange durch halten muss. Und dann kam auch das Ziel in Sicht. Und ich habe auf der Uhr am Wegesrand gesehen, das ich nur noch vier Minuten hatte um unter der 40 Minuten Marke zu bleiben. Und ganz in die Schwachmatenliga wollte ich dann auch nicht abrutschen. Also 1km in vier Minuten – Für mich ist das schon ziemlich flott. Für einige andere ist das absoluter Durchschnitt – aber die waren ja schon lange im Ziel. Ich also Fersengeld gegeben und den Kilometer in lässigen 3:15 Minuten heruntergespurtet wie ein Irrer. Das Publikum war begeistert. Ich bin bestimmt an 20 Leuten vorbeigezogen und quasi im Tiefflug über die Ziellinie gesprungen – tobender Beifall. Man muss sich nur gut verkaufen können. Man hat mich direkt beglückwünscht für den besten Zielspurt des Tages. Und ich habe das Lächeln auch noch aufrecht halten können bis ich die Wiese erreicht hatte um quasi der laenge nach ins Grass zu schlagen und fünf Minuten ohnmächtig zu werden – na ja auf jeden Fall mein Körper war ohnmächtig. Aber nach ner viertel Stunde war das System dann wieder online – check – Knie? – check – Pumpe? – check. Und so habe ich mich dann erst mal zur Massage geschleppt die es kostenlos gab. Das nenne ich Service.
Inzwischen habe ich auch ein Angebot erhalten die Zielbilder zu kaufen – 35 Euro pro Bild – das können die sich – also quasi mich mal gerne haben. Da tuns dann doch auch die kleinen Vorschaubildchen.
http://www.supersportimages.com/products/showbib.php?xs=215&s1=6055
http://www.melbournemarathon.com.au/melbmara05/7kmarafun_results.htm
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