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Federation Square 
wenn man von oben auf die Stadt schaut, dann passt dieser Platz mit seinen zerrissenen Gebäuden ja so gar nicht ins Stadtbild. Zu modern und abgehoben. Man hat ihn für Unsummen über die Zuggleise gebaut, was ja an sich eine gute Idee ist – und den Baumeister anschliessend vor den selbigen geschmissen. So sagen die Gerüchte. Der Platz ist ein idealer Treffpunkt und liegt am Tor zur Stadt, also an der Brücke über den Yarra River über die ich normalerweise mit der Strassenbahn in die Stadt zockele. Die Fährt bei mir so ca einen Kilometer entfernt am Haus durch so dass ich insgesamt etwas über eine halbe Stunde in die Stadt brauche wenn ich die Tram nehme. Und alles andere ist nicht wirklich zu empfehlen. Also auf dem Platz finden immer wieder Konzerte und Veranstaltungen Stadt da an einem der Gebäude fest ein Riessenfernseher installiert ist auf dem man Footi oder Tennis oder sonst was schauen kann. Zum Glück gibt’s keinen öffentliche Fernbedienung Für das Ding. Als Geheimtip für alle Melbournbesucher – hier gibt’s auch ein öffentliches WC für umme – dieser Tip kann Leben retten. Und auch die Touriste ninformation hat sich da niedergelassen. Auch hier kommt man sich vor wie in einer Strafkolonie des Altersheims, und vermutlich existieren die meisten Dinge die man empfohlen bekommt seit 1950 nicht mehr – aber dafür sind alle höflich und es gibt gratis Tee. Bei meinem ersten Besuch dort haben sich gleich zwei Omis um mich gekümmert. Nach dem ich dann aber doch sehr ausgefallene Dinge wie „Skifahren“ machen wollte mussten beide nach einer Weile aufgeben. Ich habe den Laden ja dann selber gefunden. Die bitte nach Adressen von Tauchschulen wurde von einem älteren Herrn erfüllt – der wusste wie man Googel bedient und hat mir die Linkliste ausgedruckt. Kapp daneben ist halt trotzdem vorbei, aber ich habe natürlich grenzenlose Begeisterung geheuchelt und gleich noch eine Tasse Tee bekommen. Aber es gibt auch schreckliches von diesem Platz zu berichten. Wo Freude ist kann Elend und Verzweiflung nicht weit sein. Schon von weitem konnte man die entsetzlichen Klänge der Verzweiflung über der Stadt hören und die Menschen sind angezogen durch das Grauen und die Neugier zum Square gepilgert. Australien Idol macht ein Casting. Und das ist ganz einfach zu beschreiben. Man kommt mit einem Bus, Stellet eine Bühne und eine Karaoke Maschine auf und lässt jeden sich blamieren der sich angemeldet hat – und ich schwöre euch – ein Werwolf hätte sich bei diesen Tönen am hellichten Tag verwandelt um dem ein Ende zu bereiten. Es gibt aber auch angenehmes zu berichten. So bin ich letzte Woche mit Darren in ein Konzert Für vier Stimmen gegangen für das ich günstige Karten bekommen hatte. Das Glisten classic vocal quartet. Wie alle modernen Gebäude und Plätze hat auch der FedSquare seine Sponsoren – und so sind wir in die BMWEdge Konzerthalle gepilgert. War dann auch ein ziemlich beeindruckender Raum der das komische des äusseren im inneren voll widerspiegelt. Die ganze Fensterfront wirkt wie kurz nach einer Detonation und alles ist krumm und schief. Aber die Akustik war nicht schlecht. Das Konzert war aber nur mittelmässig. Vielleicht haetten sie nicht auf deutsch singen sollen? Hat sich doch ein wenig komisch angehöret. Wir waeren uebrigens auch umsonst in das Konzert gekommen da man uns für Betreuer einiger alter Leute gehalten hat – wir waren bis auf ein paar kleine Kinder die einzigen – nun ich nenn uns in dem Zusammenhang mal „Jugendlichen“ im Raum. Und die Kinder haben zu den Sängern gehört wie wir später herausbekommen haben. Aber die Konzerthalle ist noch mal einen Besuch wert. Auch das Melbourne Film Festival läuft gerade im Kino das im FedSquare untergebracht ist. Ich bin aber noch nicht dazu gekommen mir einen Film anzusehen. Steht noch auf meiner Liste mit Dingen die ich machen muss. Wer also nach Melbourne kommt, der sollte am FedSquare vorbeikommen und im Café dort einen langen schwarzen mit und ein Egg Benedict bestellen.
Southbanks
das südliche Ufer des Yarra Rivers ist im Sommer wohl einer der besten Orte in Melbourne mit lauter kleinen, sau teuren Ufercafés. Vom FedSquare braucht man nur über die Brücke gehen und schon ist man dort. Ich habe mich noch nicht so genau dort umgesehen, da es halt nicht Sommer ist und ich keine Lust habe in den sau teuren (hab ichs schon erwähnt?) Cafés zu sitzen und auf einen verregneten Fluss zu schauen der am Fenster vorbeifliesst und die graue Stadt in zwei Hälften teilt die lautlos im düsteren Morgennebel in den Himmel ragen wie Boten eines verregneten Tages ;-) Ich gehe eigentlich nur gerne durch Southbanks weil man dort an den Bunten Kunstwerken durchkommt die munter im Weg herumstehen und weil das Kasino bei Nacht mit riesigen Feuern den Himmel erleuchtet. Die Säulen aus denen das Feuer kommt sind wohl fünf Meter hoch und aussen läuft an allen Seiten Wasser herunter wie an Zimmerbrunnen. Die Flammen ragen bestimmt fünf Meter in den Himmel und sind zu einer lautlosen Musik abgestimmt. Es ist also quasi eine Feuerlichtschau. Die läuft auch nicht die ganze Nacht sonder nur von sechs bis elf jeweils zur vollen Stunde – dem Kasino war die Gasrechnung dann doch ein wenig zu hoch gekommen. Im Kasino gibt’s dann auch immer mal wieder Ausstellungen – ich habe mir eine Fotoausstellung berühmter Australier angesehen. Kannte eigentlich nur Kily Minouge (oder wie man die auch immer schreibt) und habe Ian Thorpe an der Badehose erkannt. Die Bilder waren aber gut. Und dann gibt’s dort natürlich noch jede Menge Edelmodeläden von Prada und Co. Macht also Spass einfach so herumzulaufen und Leute zu beobachten. Von hier starten übrigens auch die ganzen Ausflugsboote die den Yarra rauf und runter fahren. Ach und fast hätte ich das Irish Pup vergessen (woran das wohl liegen mag???) Ist wirklich empfehlenswert und mit guter Live-Musik versorgt.
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