|
M inni Triathlon in Elwood - 08.01.2006
Also man glaubt es ja kaum, aber mich hat mal wieder der Sport eingeholt – und das aus einer Richtung wo ich ja nun wirklich nicht mit gerechnet hätte. Ich bin in einem der Event Magazine darauf gestossen, dass bei mir am Strand – also im nächsten Stadtteil, aber da sind wir mal nicht kleinlich – ein Triathlon stattfindet. Toll, was? Und da dachte ich so bei mir – ja – da gibt’s ja auch ein Rennen für die ganz Kleinen und die ganz Alten, also auch für mich. Und ich war dann auch leichtsinnig genug das im Büro an die kleine Glocke zu hängen – und schon hatte ich einen Mitläufer. Kollege Sascha (ja, der Praktikant).
Nun habe ich ja in meinem Leben noch keinen Triathlon gemacht – auch nicht für Kinder – und hatte also mal gar keinen blassen Schimmer wie das alles über die Bühne gehen sollte. Deshalb sind wir gleich mal ins Internet um uns anzumelden und schlau zu machen. Da haben wir dann die Seite mit dem Rennen gefunden und uns noch gewundert – warum geben die da den Sonnenaufgang mit an? Und weiter unten auf der Seite war dann auch schon die Lösung – weil das Rennen um sieben Uhr in der Frühe losgeht. Nun habe ich da ja so meine Probleme mit dem morgens aufstehen. Wer mich kennt, der weiss, dass ich nur einen ganz billigen Wecker habe. Da fehlt alles zwischen Mitternacht und sieben Uhr morgens – also keine Chance. Nu hatten wir aber doch schon klein Herumposaund das wir am Wochenende triatlethisieren – verdammt – also einen Wecker leihen und in den sauren Apfel beissen. Und das an einem Sonntag. Muss an der Hitze liegen.
Wir also am Samstag los um uns anzumelden, denn im Internet ging das schon gar nicht mehr, und um uns einen Überblick zu verschaffen wie das dann am Sonntag so alles laufen sollte. Nach berappen der Nachmeldegebühr haben wir erstmal einen dicken Umschlag bekommen in dem angeblich alle Informationen drin sein sollten. Habe auch gleich mal reingeschaut und eine wunderbare unisex graue Badekappe vorgefunden. Sascha hatte eine orange, denn er sollte in einer anderen Gruppe starten wie ich. Nicht weil er jünger ist, sondern weil er im Alphabet weiter hinten steht. Das mit den Altersklassen war nämlich auch so eine Sache. Es gab da die Kategorien 12-13, 14-15, 16-19 und ... 20+ da waren wir also im Rest mit untergebracht. Ich habe dann auch noch zwei Sticker und ein Armband in dem Umschlag gefunden und einen Zettel der so einigermassen beschrieben hat wie alles vor sich geht.
Wir uns also am Sonntag auf sechs Uhr morgens am Strand verabredet. Mann will ja nicht zu spät kommen und dann nicht wissen wo, wie, wer, was und warum wussten wir eh nicht mehr. Ich habe am Abend vorher noch schnell meine Sachen gerichtet – Sporthose in der man Schwimmen, Radeln und laufen kann. Laufschuhe, Radschuhe, Helm und T-Shirt, was zu trinken, Luftpumpe, Erstehilfekoffer, Rettungsweste ... alles was man so braucht wenn man sich auf eine Reise begibt deren Ende man nicht vorhersehen kann. Und dann am Sonntag morgen aufs Rad und ab zum Strand. Da war das Radfahren dann gleich schon die Aufwärmübung. Galant um die Ecke in den Parcours vom Triathlon und erst mal halb auf die Wiese gebügelt. Man sollte halt öfter mal mit Klickpedalen fahren und sich daran gewöhnen die Schuhe auszuklinken bevor das Rad steht und man einfach so in Zeitlupe seitlich umkippt. Aber es war ja noch kaum jemand da, so das ich ohne Applaus meine Nummer fürs Rad suchen konnte. War keine da ?? Dann halt Rad einfach an die Spätanmelderstange gestellt. Und nun kamen so langsam die anderen Profis, darunter auch Sascha. Und ich habe nach nur zehn Minuten eine ziemlich lasche Wette mit ihm abgeschlossen. Dann macht doch der Wettkampf gleich viel mehr Spass. Also ich habe gewettet, dass ... also ums richtig spannend zu machen ... ich als einziger von allen Triathleten ... also von wirklich allen, auch denen aus dem Richtigen renne ... also nur ich eine Rad mit Gepäckträger habe. Und ich habe dann auch gewonnen. Da habe ich mir zum ersten mal die Frage gestellt ob wir wirklich wissen was wir tun. Selbst die ganzen Minnikits sind mit irgend welchen Fiebercarbonrennrädern angekommen. Die hatten dann auch alle die richtige Halterung um das Rad in die Haltestangen einhängen zu könne. Vermutlich hätte ich die Wette auf das einzige Rad mit Seitenständer auch noch gewonnen. Wir aber unverzagt unser ganzes Sach schön vorbereitet. Also Handtuch neben das Rad legen und Sportschuhe mit T-Shirt darauf richten. Dann in die Badekappe auf und die Schwimmbrille auf die Nase und ab zum Strand. Um sechs Uhr und fünfzig Minuten – also quasi kurz nach Mitternacht am Strand um ins offene Meer zu springen und 400 Meter um gelbe Bojen zu kraulen. Ich, der ich ins Freibad gehe ohne ins Wasser zu gehen, der nur am Stran d ist um Sandburgen zu bauen – also quasi Wasserscheu und Absauf-gefährdet. Dann ging der Start aber auch schon los. Es ging nach den Altersklassen – die kleinen als erstes. Ich fand das ja gut, denn ich habe mich ja schon beim Marathon von den Müttern mit Kinderwagen abziehen lassen, da wollte ich hier nun nicht auch gleich von den zwölfjährigen Mädels versägt werden. Und schon ging’s los – pfiff – alles rennt, der Anfang ist noch flach zum reinlaufen – und schon geht’s rund. Hauen, Stechen, Treten, Tunken und alles gleichzeitig. Ich dachte ich bin im Haifischbecken gelandet. Da wird ja keine Rücksicht auf nichts und niemand genommen. Ich wurde regelrecht über den Haufen geschwommen – und dabei war ich doch schon ganz hinten in der Gruppe.
 |
Also das hätte ich nicht gedacht – das man hier wirklich in den Nahkampf gehen muss. Und das wurde auch erst nach der zweiten Boje besser, denn um die Bojen herum war das Getümmel am schlimmsten. Ich bin dann auch nicht als allerletzter aus dem Wasser, was daran lag, dass einige Teilnehmer vermutlich ihre Erben noch warten lassen wollten oder schlicht aus Masse nicht durch die Wellen kamen. Also im Detailergebnis war das dann 53 von 67 in meiner Altersklasse – ich geb’s halt zu – ich bin als Sternzeichen Stein. Aber dann aufs Rad – meine Chance. Sascha war mit mir gleich auf, so dass wir uns gemeinsam um den Parcours hechten konnten. Aber irgendwie war das auch nicht so der Brüller. Wir wurden fast nur überholt. Sogar die Rentner haben nur müde gelächelt und sich beim Überholen noch vom Schwimmen erholt. Und da schiebe ich nun mal alle Schuld auf die Räder die wir hatten, denn Sascha war mit einem Mountainbike unterwegs, dass bestimmt nicht besser war als mein Strassenhobel – und das volle 10 km. Dadurch wurden wir dann auch nur noch 64 von 67 – und die anderen hatten sicher einen Platten. Und so war dann auch beim Rennen nicht mehr so arg viel zu holen. Immerhin haben wir das mit dem Umziehen und dem Rad wieder an den Platz bringen und all dem sauber hinbekommen, was ja auch schon eine Leistung ist. Aber eines kann ich euch sagen – vom Rad steigen und dann Joggen – Hölle – Hölle – Hölle. Mann nennt das hier den Ziegelsteineffekt, vermutlich weil sich die Waden anfühlen wie Ziegelsteine so auf den ersten fünfhundert Metern. Ich war ja echt versucht einfach nur zu gehen anstatt zu laufen weil die Waden echt kurz vor dem totalen krampf standen – aber dann ging’s plötzlich deutlich besser, und ich konnte sogar noch mal ein wenig Gas geben und habe es dann auch geschafft mich tapfer den Strand entlang von Platz 64 auf Platz 55 vorzuschieben was für eine 2km Strecke ganz gut ist, denn wenn der Krampf nachlässt ist das Rennen ja schon fast um. So bin ich dann ins Ziel geschlichen und habe mich ins Gras fallen lassen und in die Sonne geschaut und mich wieder gefragt ... warum?
Aber Spass hat’s gemacht – und wir werden noch mal einen Tri machen. Diesmal mit richtigen Rädern (Radverleih) damit wir’s nicht darauf schieben können – und ich muss das früh aufstehen üben, was härter wird als alles andere.
MiniTri im Internet
|