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Am Sonntag 11.9.05 bin ich zum 500 km Rennen von Sandown gegangen. Mein Boss hat mir eine Karte zukommen lassen. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn natürlich war es eine Karte für die Bosch Tische auf der Tribüne. Aber da hatte ich auch nix dagegen. Das Wetter war ein wenig durchwachsen. Am Anfang hatten wir noch jede Menge Sonne - das hat sich dann aber ziemlich schnell in Nieselregen und leichte Schauer verwandelt. Das Rennareal Sandown ist nicht weit von Clayton entfernt und liegt somit fast noch in der Innenstadt. Eigentlich ist es eine Pferderennbahn, aber vielleicht kann man mit Pferden nicht genug Geld machen? Oder mit Pferden und Autorennen noch mehr als nur viel Geld? Das Areal ist nicht besonders Gross und so hat es mich nicht überrascht, dass man für 500 km immerhin ganze 152 Runden fahren muss. Da hat man als Zuschauer wenigstens was vom Rennen, denn die Autos kommen ja so etwa alle zwei Minuten wieder vorbei. gefahren wird in V8 SuperCars. Die haben ganz schön Power - sind aber für Europäer nicht besonders beeindruckend. Ich habe mir mal ein wenig die Hintergrundgeschichte erzählen lassen nach dem ich doch verwundert das Programmheft g elesen hatte. Es fahren nämlich nur Fords gegen Holdens - und auch nur zwei Automodelle - also 12 Ford Falcons gegen 12 Holden Baras. Dementsprechend war auch das Publikum fast komplett in Ford oder Holden gespalten. Ich vermute ja, dass die alle dort arbeiten und die Karten günstig bekommen haben. Aber immerhin waren es dann doch so um die zwanzig unterschiedliche Rennställe. Unser Bosch Team war Nr.1 Stone Brothers Race Team mit Fahrer Ambross und Fuller. Die haben immer zwei Fahrer und müssen auch so alle dreissig Runden den Fahrer wechseln sonst bekommt ein Fahrer den Drehwurm. Zurück zu den Autos - vor einigen Jahren sind wohl die Japaner mit ins V8 Rennen eingestiegen - Nissan mit seinen Allrad V8 Tiger - und die haben dann alle Ford und Holdens so etwa 10 mal überrundet. Das fanden die dann natürlich nicht lustig und haben immer mehr Regularien eingefuehrt. Kein Allrad - verloren - nur normale V8 mit Strassenüblichem Benzin - verloren - und dann haben die einfach gesagt, das Auto muss in Australien gefertigt sein - und das sind die Nissan halt nicht. So hatten die anderen dann wieder eine Chance. Und da es keine anderen V8 mit Hinterradantrieb Made in Australia gibt fährt halt nun nur noch FORD gegen Holden.
Aber viel lustiger fand ich eigentlich die Minni Serie die vor dem eigentlichen Rennen auf die Strecke geht und ein kleines Rennen zu fahren - nur 30 Runden. Als ich an der Rennstrecke ankam habe ich erst vermutet mit meinen Augen ist was nicht in Ordnung. Mal davon abgesehen das das eigentliche Rennen noch nicht hätte laufen sollen waren die Autos irgendwie komisch. Die Form war nicht aerodynamisch, das Rennen war nicht so richtig schnell und irgend was mit den Abmessungen war nicht in Ordnung. Ich war dann echt beruhigt als ich in der Boxengasse gesehen haben wie klein die Wagen in Wirklichkeit sind. Die fahren mit Motorradmotoren unter einem Liter Hubraum und sind für ihre Grösse dann doch unheimlich schnell und machen einen wunderbaren Lärm. Für 20 KiloDollar kann man sich so einen Minniflizer kaufen und es kann jeder Mitfahren der sich qualifizieren kann. Wenn ich also mal zu viel Kohle habe - vielleicht fahre ich dann auch mal in einem Einmannauto um den Block. Leider sind die nicht Für die Strasse zugelassen - das wäre der Hit. Ich habe mir dann auch mal das BoxenGassenLeben angesehen - aber leider keine der Berühmten Luder gefunden. Mag auch an der Kälte und dem Regen gelegen haben - Da hatten selbst die Luder alle lange Regenjacken an - und das nimmt dann doch ein wenig die erotische Ausstrahlung. Muss also mal zu einem Sommerrennen gehen. Aber es waren trotzdem jede Menge Besucher da und die Stimmung war richtig gut. Die Australier sind auch so ein bisschen Rennsport verrückt. Vermutlich weil hier ja jeder zweite selber einen V8 in der Garage hat und die privaten Karren vermutlich noch besser laufen wurden wie die Rennwagen wenn man sie fahren lassen würde. Das ist übrigens der Reitz an dem Rennen - die Autos müssen rein Technisch die 500km überstehen , und das ist gar nicht so einfach (Für FORDs und Holdens). Leider hat J.Bowe nur den sechsten Platz gemacht - Aber unser Bosch Auto war noch viel schlechter mit einem zwanzigsten Platz. War leider in einen Unfall verwickelt. Bei der Nässe haben sich immer wieder Wagen gedreht oder sind von der Piste gerutscht. Wer ist auch so bescheuert und fährt rennen auf nassen Strassen mit Hinterradantrieb - natürlich die Aussies - hier ist ja alles andersherum.
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