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Hallo, und willkommen in meiner neuen Wohnung in Elwood, Apartment Nr. 7, knapp hinter dem Botanischen Garten. Nur etwa fünfhundert Meter vom Strand weg in einer kleinen und ruhigen Nebenstrasse in deinem Haus das von aussen nun wirklich nicht viel her macht. Dafür ist es innen sehr gemütlich geworden. Ich habe ja viele Möbel aus Karlsruhe mitgenommen, und wer mich schon länger kennt, der kann welche finden die ich schon in meinem Kinderzimmer stehen hatte. Qualität ist halt durch nichts zu ersetzen. Das Raumdesign ist eigentlich ganz einfach - ein Raum für meine Stereoanlage und der Rest ist dann Nebensache. Und da ich nun auch digitales Kabel habe kann ich sogar die ganzen Fernsehserien in Dolby Surround geniessen (Meine neuen Serien sind Dr. Who und Dead like me) Ansonsten könnte dem geschulten Auge auch das Snowboard auffallen das da so ganz lässig herumliegt. Habe mir eine neue Bindung gekauft, nachdem die alte auseinanderfallen wollte. Leider hat der Transport auch d as Bord ziemlich zerkratzt - aber ich werde es mit ein wenig Wachs wieder zum Gleiten bringen (Kinder - nicht Zuhause nachmachen). Ansonsten finde ich es ja ganz gemütlich bei mir. Den extra Charme geben die IKEA Regale - denn IKEA ist auch in Melbourne zu finden. Zwar mit überwiegend anderen Produkten als bei uns, aber die Basics gibt’s halt doch auf der ganzen Welt. Mit ganz scharfen Augen könnte man auch den neuen Harry Potter herumliegen sehen und die neue Eagles DVD die ich hier ganz provisionsfrei bewerben kann. Die Bilder sind auf den Bildern übrigens schon in den neuen Rahmen.
Der Einzug war ein Horror:
letzte Woche wurde ich teil der wohl grössten Geburtstagsfete die ich jeh erlebt habe - Queens Birthday. Das ist hier ein Feiertag und so hatte ich eine kurze Woche. Leider so ziemlich die einzige für diese Jahre - ausser natürlich noch das Pferderennen. Man soll es ja nicht glauben, aber die machen hier wegen einem Pferderennen wirklich Feiertag. Habe den Feiertag genutzt, denn am Montag davor bin ich ja in meine neue Bleibe eingezogen - und wir wissen ja alle was ein Umzug so alles für Tuecken mit sich bringt. Als guter Deutscher Charakter habe ich natürlich alles wunderbar geplant. Schlüsselübergabe um neu, Laster kommt um elf und zwei Tage frei um einzuziehen. Kann also ja nichts schiefgehen - ist schliesslich ein simpler plan. So stand ich dann auch um neun Uhr vor dem Büro des Maklers. In Australien ist es nicht üblich das man Kontakt zu den Vermietern hat. Der ganze Markt ist über Makler organisiert von denen es dem entsprechend auch eine ganze Menge gibt. Während ich noch warte das man mich einlässt klingelt mein Handy - nun, die Vormieter haben die Schlüssel noch nicht abgegeben, aber so bis um Zwölf sollten die da sein ??? Schock - ich also erst mal ins nächste Café und mir kein Frühstück bestellt. Ich glaube über die Frühstücksqualität hier in Australien habe ich mich schon ausgelassen - statt dessen habe ich einen Lachsbagel und eine Schocki verdrückt und darüber nachgedacht wie ich die Spedition bei Laune halten werde bis die Schlüssel da sind. Ich also wieder zum Makler - noch mal erklärt das ich gleich einziehen will. Der hatte aber keine Handynummer vom Vormieter. Meine Umzugsfirma hatte auch keine Möglichkeit den Laster zu stoppen weil die Jungs schon im Hafen beim verladen waren. Ich den Strand entlang spaziert und mich über das gute Wetter geärgert. Fällt irgendwie schwer mit dem Schicksal zu hadern wenn die Sonne überm Meer scheint und man Montag Vormittag am Strand spazieren geht. Und angelockt durch diese positiven Gedanken kam dann auch der Rettende Anruf - sorry, wir brauchen noch mehr Zeit zum verladen und können erst um zwölf kommen - na so ein Ärger aber auch. Und während ich so in mich hineingrinste kam gleich der nächste Anruf - die Schlüssel sind da. Natürlich halb elf. Hätte also doch noch gereicht. Ich also los um die Schlüssel zu holen zu meinem neuen Home Sweet Home. Teilt mir die Maklerin freudestrahlend mit, das ich in die Beiden Schlafzimmer mal noch nichts stellen soll, da um vier die Teppichreinigung kommt um den Boden noch mal auf Vordermann zu bringen UAaaaaa. Schei... immer wenn man glaubt das gerade alles gut läuft. Bestimmt heisst mein neuer Nachbar Murphy. Also ab in die neue Wohnung. Und alles wunderbar - aufgeräumt, hell, freundlich = Jürgen Glücklich. Wen juckts da dass im Wohnzimmer das Licht nur auf einem Schalter geht. Und dann kamen auch schon die Jungs mit dem Laster. Also fast, denn die Standen vor dem elektronischen Tor - zu dem ich ja Gott sei Dank einen Schlüssel hatte - glaubte zu haben - als solchen in Empfang genommen hatte?? Aber diesmal krieg ich dich Murphy dachte ich so in mich hinein während ich bei meinem neuen Nachbar klingelte - und siehe, der war tatsächlich daheim und konnte uns das Tor aufmachen. Und dann haben wir im Akkord den Laster leergeräumt. Und natürlich alles ins Wohnzimmer und die Küche, denn in die anderen Zimmer durften wir ja nichts stellen. Ich habe mich gleich ans auspacken gemacht, damit die Jungs die Kartons wieder mitnehmen können - und habe bestimmt zehn Kubikmeter Transportverpackung von meinen Sachen geschält. Die Kiste mit den Gläsern hätte man aus dem dritten Stock auf die Strasse werfen können und es wäre nichts zu Bruch gegangen. Damit das Geld auch hart verdient ist habe ich ja auch meinen Schreibtisch mit nach Down Under verschifft, und die von euch die schon mal versucht haben den umzuziehen wissen was zwei Quadratmeter Vollholz wiegen. Und durch den Transport habe ich auch gleich noch meinen Mitbewohner von unter mir kennengelernt, aber die Begegnung kommt als extra Showeinlage später im Text. Nach drei Stunden war der Spuk dann vorüber - ich besitze doch weniger als ich mir manchmal einrede. Und genau als die Packer wieder weg waren kam auch der Teppichbodenreiniger. Der hat mir dann gleich noch untersagt in den nächsten Stunden die Räume zu betreten und ist nach einer halben Stunde wieder verschwunden. Also blieb mir nichts anderes übrig als Kisten zwischen Wohnzimmer und Küche hin- und herzutragen um an die letzte Kiste zu gelangen in der die Sachen sind die ich suche. Und dann war fast Weihnachten. Auspacken von all den schönen Sachen von denen man schon beim letzten Umzug nicht wusste wo man sie unterbringen soll. Also habe ich mich entschlossen zwischen den ganzen Kisten erst mal die Möbel zu organisieren damit ich was in die Schränke räumen kann. Ich kam mir vor wie in so einem Geschicklichkeitsspiel wo man die Kästchen in der Richtigen Reihenfolge verschieben muss um wieder an andere zu gelangen. Aber da waren dann auch schon die drei Stunden rum und ich habe erst mal eine ganze Menge Sachen in die Schlafzimmer geschleppt. Dann habe ich versucht meine Stereoanlage aufzubauen um endlich wieder gute Musik zu hören. Habe ich schon vom grauenhaften Radio erzählt das die hier haben? Die ganze Zeit nur Gelaber von vier Leuten gleichzeitig die sich für furchtbar lustig halten, die ganze Zeit gezwungen lachen und den Unterhaltungswert von Montagsmaler unterbieten (wer erinnert sich?) Aber es ist halt wie immer - die ganze Anlage steht, was eigentlich Unsinn ist, denn man sollte erst andere Dinge auf- und einräumen, aber da muss man dann halt mal emotional sein - und was fehlt? Die Kabel. Und auf keiner Kiste steht Kabel, denn die sind halt irgendwo mit reingeworfen worden. Gnumpf ich war wirklich in scheiss Laune und habe angefangen alle Kartons aufzuschneiden um zu sehen was drin ist. Aber natürlich liegen die Kabel nirgends oben drauf. Also was Solls. Dann halt erst mal die Küche eingeräumt. Schön gross mit viel Platz und Stauraum. Da schlägt das Chefkochherz doch gleich mal höher - und dann auch noch mit Gas. Vielleicht sollte ich doch mal was anderes als Spaghetti kochen? Was soll’s - momentan kann ich eh nicht so arg viel machen da in der Küche ja nie ein Kühlschrank ist. Muss ich also noch besorgen. Und ohne Kühlschrank ist gar nicht so leicht zu leben. Warmes Bier? Entsetzlich! Davon abgesehen das hier das Bier eh nur berauschend ist - aber bestimmt nicht gerade gut schmeckt. Vergleichbar mit Heineken. Wo war ich - ach ja - mitten zwischen den Kartons in der Küche. Ich habe dann bei den Töpfen die Einlagebretter für den Badschrank gefunden der in Deutschland im Lager ist, aber das sind so die Kleinigkeiten über die man schmunzeln kann. Kurz vor Mitternacht habe ich dann auch das Sofa zusammengesetzt damit ich einen Platz zum Schlafen habe, denn das Bett habe ich nicht mitgenommen. Hatte sorge, dass es nicht in die Zimmer passen könnte - und hatte auch recht. Und was war natürlich im Bettfasten vom Sofa? Die Kabel für meine Stereoanlage. Und ich bin grad aus trotz ins Bett. Die Genugtuung wollte ich Kollegen Murphy nicht geben.
Am nächsten Tag habe ich dann noch das meiste verstaut bekommen und die Wohnung sah einigermassen bewohnbar aus. Leider musste ich dann feststellen, dass meine schönen Bilder beim Transport beschädigt wurden. Die Rahmen sind nicht gut verpackt gewesen und haben Dellen und Narben. Und nun kann ich mich wieder mit der Versicherung herumschlagen. War also irgendwie kein so tolles Erlebnis der ganze Umzug. Aber es kommt ja noch besser - Auftritt meines Nachbaren von unten. Elf Uhr Morgens es klopft an die Tür. Nanu - hätte ich meine HiFi Anlage doch nicht gleich einem Belastungstest unterziehen sollen? Man muss doch testen ob die noch voll funktioniert. Ich also zur Tür und erstmal nur gegen die Tür gegenüber geschaut. Durch senken des Blicks habe ich dann einen kleine Mann mit Hut und Stock so um die siebzig vor mir gesehen, der in einer wilden Sprache auf mich eingeschimpft hat und die ganze Zeit mit seinem Stock gegen den Feuerlöscher geschlagen hat der neben meiner Tuer Steht. Der war mir bis dahin noch gar nicht aufgefallen. Nach dem ich dann im meiner Stoischen Art erst mal eine Weile nur verständnislos auf ihn herniedergeschaut habe wurde sein englisch doch besser und ich habe seinen Worten vernommen, dass er gerne den Feuerlöscher wieder haben möchte. ??? .Nach einem weiteren verständnislosen Blick konnte ich ihn überreden mir zu sagen wer er denn überhaupt ist. Und so habe ich Boris kennengelernt genannt Borschich. Ausgewandert aus Polen und schon seit zwanzig Jahren im Haus. Und ich hatte ausgerechnet seinen Feuerlöscher neben meiner Tür - wie soll man das erklären? Und dann kam es mir natürlich. Die Dinger hängen an Haken im Flur, und da konnten die mit meinem riessen Schreibtisch nicht durch und haben den einfach mal wo ändert hingestellt. Ich also den Feuerlöscher wieder fachmännisch an Ort und Stelle gehängt. Wunderbar. Und wieder ans auspacken gemacht. Während ich so meine Küche eingerichtet habe, und überlegen musste, ob die Knoblauchpresse nun neben den Nudelschöpfer oder neben die Spaghettizange kommt klopft es erneut an die Tür. Ich gleich mal ganz fachmännisch nach unten gelächelt – und siehe da Borschisch wollte mir erneut was mitteilen. Diesmal ging es wohl nicht um den Feuerlöscher. Also bin ich dann nach einigem Gewinke und Gestikulieren hinter ihm her zum Hintereingang des Hauses. Eigentlich ja der Vordereingang, da ich aber die ganze Zeit nur durch den Hintereingang geräumt habe wurde mir das erst klar als ich sah das da die Klingeln hängen. Borschisch hat dann auch ganz wild um sich gefuchtelt und mir erklärt ich hätte das Aussenlicht kaputt gemacht. Welches Aussenlicht? Und wer prüft mitten am Tag das Aussenlicht auf Funktionsfähigkeit? Langsam war ich dann doch am Zweifeln ob ich solch einen Nachbarn haben wollte. Ich habe dann aber mit meiner Unschuldsmiene und dem lächeln das man einem debilen Mann schenkt versichern können, dass ich nicht der Schuldige bin – und was mich das eigentlich angeht. Schliesslich habe ich mein Schloss mit Hausmeister gemietet. Auf dem Rückweg habe ich dann noch schnell den zweiten Feuerlöscher an seinen Platz gehängt damit ich nicht wieder negativ auffalle und einen Strich auf Boris Liste bekomme.
Home Sweet Home – immerhin schon mal bewohnbar. Und dann auf zur Arbeit. Ich hatte ja schon so eine grobe Idee wo es da lang geht und so bin ich dann auch motiviert ins Auto gestiegen und habe mich auf den WEG gemacht. Und irgendwie war das keine so super Aktion. Mit der Karte in der linken und dem Lenkrad in der Rechten Hand (man denke immer daran – Rechtslenker) habe ich versucht mit einem Auge auf der Strasse und einem auf der Karte meinen Weg durch die unendlichen Weiten von Melbourne zu finden. Auf der Karte sah das doch gar nicht so weit aus. Und immerhin bin ich dann auch nach etwa 90 Minuten im Büro angekommen. Das wäre etwa die Strecke Freiburg – Karlsruhe. Meine Kollegen haben erst mal nur geschmunzelt. War halt viel Verkehr. Und abends bin ich dann auch schon besser durchgekommen. Nach etwa einer Stunde war ich wieder daheim. Na das kann ja lustig werden. Aber immerhin kannte ich ja nun schon ein paar Strassen die man NICHT nehmen sollte. Also am nächsten Morgen wieder tapfer raus, in den Rechtslenker und auf die linke Seite – ab nach Clayton. Das sind doch nur 22km. Das muss man doch in einer halben Stunde schaffen habe ich mir sagen lassen. Was ich da aber nicht mit berechnet habe war die Tatsache, dass die Melbournianer ihre Bahnübergänge schliessen wenn die Signale ausfallen. Und damit meine ich, dass auf jeder Seite ein Polizeiauto steht und dich zum umdrehen zwingt. Und so versuchten an diesem Morgen 100.000 Leute die einzige Überführung zu nehmen die es gibt. Und ich kannte die nicht mal. Habe also fast drei Stunden gebraucht um ins Büro zu kommen. Da haben die Kollegen sich dann doch einen Abgelacht. Aber inzwischen bin ich schon ziemlich routiniert und brauche im Schnitt wirklich nur eine halbe Stunde. Man muss halt wissen wann der durchschnittliche Australier auf dem Weg zur Arbeit ist – und dann entweder, oder lieber gleich später fahren.
Nun haben sich ja viele gefragt – sind wir den Jürgen nun los? Oder warum meldet der sich nicht. Aber da ja jeder das Sprichwort kennt „Unkraut vergeht nicht“ muss es wohl einen triftigen Grund gegeben haben für das Lange schweigen.
Also angefangen hat eigentlich alles ganz einfach. Ich wollte meinen Telefonanschluss aktivieren und euch alle anrufen und auch ins Internet gehen. Aber es soll ja alles nicht so einfach sein. Zunächst habe ich mal in einem Laden einen Vertrag abgeschlossen. Da wurde mir dann auch professionell versichert, dass ich in vier Tage mit dem Rest der Welt verbunden bin. Brauch auch gar nicht daheim sein – muss nur ein Telefon in der Buche stecken haben. Und da waren sie wieder meine Drei Probleme. Wo war eigentlich mein Telefon, mein Modem und die Telefonbuchse? Also das Telefon und das Modem habe ich bis heute nicht gefunden. Die Telefonbuchse schon – und nicht nur eine. Ich also schnell ein super Telefon gekauft, damit ich euch besser hören kann und eingesteckt. Jeden Abend nach Hause getiegert und gleich mal die Leitung geprüft. Nach einer Woche war immer noch nichts zu hören. Da habe ich mich dann doch mal an die Beschwerdestelle gewendet. Die waren dann etwas unhöflich, weil ich ja gar nicht in der Wohnung wohne in der ich wohne. Hä? Ja, da ist unter einem anderen Namen ein Anschluss – denk nach – sollte dann nicht auch das Telefon tun? Ich muss also erst den bestehenden Vertrag kündigen und dann einen neuen abschliessen – und bitte eine Kopie vom Ausweis schicken ... für den zu kündigenden Anschluss. Hallo? Ich habe keinen Ausweis unter falschem Namen! Ich also erst mal die Dame im Indischen Callcenter um 10% gekürzt und aufgelegt. Dann bei der Störungsstelle angerufen. Da war dann einer so freundlich meine Leitung zu prüfen auch wenn es nicht meine ist. Und tatsächlich – ein Fehler. Den kann man aber nicht einfach so beheben, da muss jemand kommen. Heul, wann soll ich denn nun schon wieder einen halben Tag opfern. Aber dann hatte der Mann noch einen zündenden Nachsatz – ich soll doch bitte dafür sorgen, dass alle Telefondosen zugänglich sind. Hmmm da war doch noch was. Ich mal meine Bilder rausgeholt die ich vor dem Einzug gemacht habe – und tatsächlich, da gibt es noch eine Sockelleiste auf der eine Abdeckung steckt. Ich also investigativ auf dem Boden durch mein Schlafzimmer gerobbt (Die Kleiderberge müsst ihr euch ins Bild denken) und tatsächlich eine zugesteckte zweite Dose gefunden. Aufgemacht, Telefon eingesteckt, und hurra- es hat tut gemacht. War dann auch ganz zufrieden und bin erst mal ins Bett. Am nächsten Abend dann gleich mal ins Internet. Wäre ja zu schön gewesen. Nun haben die Nasen den Anschluss doch deaktiviert, auch ohne Kopie vom Ausweis des fremden. Und ich kann auf meinen wieder vier Tage warten. Also wieder warten. Dann bin ich mal ins Internetcafé um euch auf dem Laufenden zu halten. Aber da habe ich nun Hausverbot. Nach dem ich mal wieder eine so unheimlich lange Mail ohne wirklichen Inhalt getippt hatte musste ich durch das Drücken von drei Tasten in einer kryptischen Reihenfolge die nur den Morlock bekannt ist einen Kurzschluss verursacht haben. Und alle Rechner gingen aus. Ihr habt euch also nicht umsonst um meine Gesundheit gesorgt – ich bin nur knapp entkommen, denn ich war nicht der einzige der zwei Stunden an einer Mail getippt hatte. Wäre ja nicht so schlimm gewesen, aber ich habe das gleiche Spiel zwei Tage später noch mal gemacht mit dem Artikel für die Hochzeitszeitung eines guten Freundes. AAAAArgh wie ich es hasse Dinge zwei mal Tippen zu Müssen. Inzwischen habe ich einen eigenen Rechner im Inder Nett Café – und der Inder ist auch mein Freund, denn wir haben zusammen eine Weile an den Rechnern geschraubt um wieder alles zum laufen zu bringen.
Hatte ich nun meinen Telefonanschluss? Glaube nicht! Aber es war ja auch nur alles eine Frage der Zeit. Ich habe dann auch eine Telefonnummer bekommen unter der ich angeblich später mal zu erreichen sein sollte und habe mich für einen Internetprovider entschieden. Ist hier sau teuer und unheimlich langsam, aber die Daten kommen halt alle in Container von Übersee und sind von einem Staatlichen Monopolisten kontrolliert. (Nein, keine Telekom Aussenstelle). Die Odyssee will ich euch mal ersparen. Nur so viel – Funkmodems kommen halt nicht mit Empfängern und nicht jede Telefondose hat zwei Ausgänge.
Aber nun läuft ja alles, und ich kann euch hier die erste Mail aus meiner neuen Wohnung auf meinem neuen Rechner Tippen.
Die Australier haben übrigens keine Namen an der Wohnung und auch nicht an den Briefkästen. Wenn sich also einer von euch vertippt, dann kommt die Post hier nie an, denn die Pöstler kümmern sich net drum wer wo wohnt (Zu wenig Trinkgeld). Deshalb bekomme ich auch immer noch fleissig Post für Leute die schon seit fünf Jahren nicht mehr in der Wohnung sind – und ich muss es ja schliesslich wissen.
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