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Wimbledon – naja, nicht ganz, aber ganz dicht dran. Austarlian Open (waere ja auch blöd wenn die geschlossen wären – dann wäre ich da nämlich gar nicht erst hin) Eines der vier Slam Turniere die es im Tennis gibt.
Habe ich euch schon gesagt, das Tennis bei mir eigentlich gleich hinter Golf gekommen ist was den Langweiligkeitsfaktor angeht?. Wie kann man den vor der Glotze hocken und zuschauen wie sich zwei Menschen an einem Netz gegenüberstehen und eigentlich das Netz die meisten Bälle abbekommt? Und das drei Stunden – ohne Wechsel der Umgebung oder vielleicht spannenden Cheerleadern oder Halbzeit Entertainment. Aber wenn das Event schon mal ist – dann muss man da auch hin. Also habe ich mir mal ein billiges Ticket – das war jetzt natürlich nur ein Scherz – also ein Ticket für den CenterCourt gekauft. Man will ja auch mal dabei sein wenn der Schiri ruft „quiet please“ nur weil einer mal gehüstelt hat. Wie es meine Glücksfee dann so wollte habe ich genau den Tag erwischt an dem unser Tomi Haas gegen den Roger Federer gespielt hat. Ich also früher aus dem Büro abgehauen da es ein Abendspiel war das um sieben schon los ging – auf mein Einrad gesprungen und zur Rod Laver Arena geradelt. Da war ich schon mal um m ir das Klassik Spektakel anzusehen, und da ich den Weg schon kannte bin ich ein wenig zu früh angekommen und musste draussen warten bis die Tore aufgehen. Die Nachmittagsspiele waren nicht rechtzeitig fertig geworden und so hat sich alles ein wenig verzögert. Ich hatte extra nix gegessen da ich ja der Meinung war ich bekomme in der Arena bestimmt eine Leckere Bockwurst oder ein Schnitzel mit Bier. Weis auch nicht wie ich auf die Idee kam – aber natürlich gabs nur MeatPie oder Amerikanischen Hot Dog (Pressmehl im Badeschwamm). Aber wie ich da so auf der Suche nach etwas essbarem rund um die Arena geirrt bin habe ich einen Stand gefunden der Ferngläser verleiht. Da ich ja der Meinung war es wird bestimmt langweilig habe ich mir auch gleich eines ausgeliehen. Dann kann man wenigstens die anderen Zuschauer beobachten wenn es auf dem Platz zu langweilig wird. Und dann ging’s ja auch schon los. Zunächst mit einem kleineren Spiel.
Martina Hingis (SUI) gegen Samantha Stosur (AUS) und das war natürlich ein emotionales Spiel, denn natürlich waren 20.000 Australier gekommen um ihre Sam spielen zu sehen. Das war also der erste positive Eindruck den ich hatte – alle singen Lider und rufen Schlachtrufe – sogar mit Postern und T-Shirts wie man das vom Fussball kennt. Vielleicht ist Tennis doch nicht so langweilig wie ich dachte?. Es gab auch noch andere Dinge die mir im Fernsehen noch nie aufgefallen waren – so ist die Ballgeschwindigkeitsanzeige immer aktiv und man kann sich ansehen wie schnell die Bälle ins – Pardon – übers Netz geschlagen werden. Meistens ist der erste Ball deutlich schneller ( so um die 180 km/h) – vermutlich damit man das Netz besser trifft. Der zweite Ball ist dann langsamer und plazierter (ca 140 km/h). Und natürlich haben ich mir ganz genau angesehen wie das auf dem Platz so abläuft – die Balljungen sind super organisiert und die Logistik mit der sichergestellt wird das immer jeder Balljunge genügend Bälle hat obwohl nur sechs Bälle im Spiel sind ist beeindruckend, besonders wenn man bedenkt das die alle noch im Kindergarten sind. Und so habe ich mit meinem Fernglas eine Menge Spass gehabt und mir die Verzerrten Gesichter der Mädels angesehen, oder die gelangweilten Linienrichter – oder auch die Fotografen die sehr zahlreich erschienen waren. Und dann bin ich raus um mir was zu trinken zu holen. Das hätte ich mal besser nicht gemacht ohne die Regeln zu kennen. Meine Nachbarn sind ohne Vorwarnung über mich hergefallen und haben mich zurück in den Sitz gedrückt. Ich darf doch erst gehen wenn wieder die Türen offen sind. Jo – macht Sinn. Ich also auf die Türen gewartet und dann rausgegangen. War auch nicht so schlau – wenn man die Regeln halt nicht kennt, dann weiss man nicht wie sich die Türen öffnen und schliessen, und so stand ich plötzlich zehn Minuten vor einer verschlossenen Tür. Für alle genauso Tennis unwissenden – die Türen öffnen sich nach dem Dritten Satz und dann jeden Zweiten, also in Summe jeden ungeraden Satz. Man lernt ja nicht aus. Das Spiel ging ziemlich schnell zu Ende. Hingis hat in zwei Spielen mit Stosua aufgeräumt, sehr zum Unmut der Zuschauer (6-1 7-6(8)). Und schon ging’s weiter mit Roger Federer (SUI) gegen Tommy Haas (GER). Was ich ja besonders lustig fand waren die Fan Gesänge. Es waren einige Schweizer und auch einige Deutsche da die lauthals ihre Anfeuerungsrufe gesungen haben. Aber halt beide Seiten auf Deutsch. Und die Australier sassen dazwischen und haben nix kapiert. Der Arme Tomi hat dann auch gleich ganz schön eine vor den Latz bekommen und nach einer Stunde b in ich aufgestanden um zu gehen. Nicht weil’s langweilig gewesen wäre – es war echt kurzweilig – aber ich dachte nun sei das Spiel aus. Es stand ja 6-4 und 6-0. Konnte ja nicht wissen, das die Männer nach anderen Regeln spielen wie die Frauen und drei Siegsätze brauchen. Aber nach dem ich dann der einzige war der versucht hat die Halle zu verlassen bin ich doch stutzig geworden und wieder zurück - natürlich war die Tür wieder zu, aber diesmal wusste ich wenigstens warum. Das Spiel endete dann 6-4 6-0 3-6 4-6 6-2 und es war echt spannend da sich alles erst im letzten Spiel entschieden hat – und wir natürlich alle ganz fest für Tomi geeifert haben. Und plötzlich war Tennis gar nicht mehr langweilig sondern sehr spannend - aber halt nur wenn man live dabei ist. Deshalb bin ich dann am Australia Day noch mal gegangen – Viertelfinale gemischtes Doppel, und eine deutsche mit dabei. Da muss man doch anfeuern. Leander Paes (IND)/ Nathalie Dechy (FRA) gegen Frantisek Cermak (CZE)/ Anna-Lena Groenefeld (GER)
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6-1 7-6(4). Das konnte man sich mit dem Groundpass ansehen der nur ca 15 Euro gekostet hat. Und da es an dem Tag so ziemlich genau 42 Grad hatte war ich froh in einer klimatisierten Halle ein wenig verschnaufen zu können. Interessanter Weise war die Halle fast leer - anscheinend gehen die Leute nur zu den wichtigen Spielen im Center Court. Fand ich gar nicht schlecht - so konnte ich mich auch mal in die erste Reihe setzen und das Spiel hautnah miterleben. Ich hab mir dann auch das Ticket fürs Halbfinale Kiefer gegen Federer gekauft – in der Hoffnung das wir es dem Schweizer diesmal so richtig einschenken – der soll doch Snowboard fahren gehen. Also gleich am Freitag wieder ins Stadion. Womens double Final Zi Yan (CHN)/ Jie Zheng (CHN) gegen Lisa Raymond (USA)/ Samantha Stosur (AUS) 2-6 7-6(7) 6-3. Leider hat die Australierin schon wieder verloren – aber ich habe dafür eine Siegerehrung gesehen. War ganz schön – besonders weil die Chinesinnen noch nie einen Slam Titel gewonnen hatten und sichtlich aufgelöst waren. Und dann kamen noch mehr alte bekannte – ich fragte mich ja noch wie der Tag vor 17.00 Uhr zu ende sein sollte, denn die Zeit verging wie im Flug. Und das Halbfinale der gemischten doppel ist wohl eines der besten Spiele was ich gesehen habe.
Daniel Nestor (CAN)/ Elena Likhovtseva (RUS) gegen Leander Paes (IND)/Nathalie Dechy (FRA) 3-6 6-4 7-6(4) – Leider haben der Inder und die Französin hier verloren – aber das Spiel war echt super und die Indischen Fans haben echt Stimmung gemacht. Und dann kam der Moment in dem ich dann festgestellt habe, dass dieser Freitag der einzige Tag der 14 tägigen Australian Open ist an dem es keine Nachmittag/ Abendkarten gibt. Und so habe ich mir auch das spiel Roger Federer (SUI) gegen Nicolas Kiefer (GER) noch angesehen. Das war auch nicht schlecht, aber ich kann das miese Verhalten vom Kiefer einfach nicht unterstützen. Was man im Fernsehen bestimmt nicht so sieht ist, dass er auch die Balljungen drangsaliert und viel Abergläubischen Firlefanz macht. So hat er dann doch auch verdient mit 6-3 5-7 6-0 6-2 verloren.
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Karten fürs Endspiel habe ich dann aber doch keine gekauft – ich hatte nach einem Freitag mit 10 Stunden Tennis am Stück wirklich genug von kleinen, gelben Bällen. Dafür bin ich Sonntag abend mit 5000 anderen Fans zum Federation Square und habe mir das Endspiel auf Grossleinwand angesehen. Ich war mir ja nicht sicher für wen ich bin, denn auf der einen Seite war der Federer ja der Arsch der unsere Deutschen rausgeworfen hat – andererseits – was sagt es über die Deutschen wenn er sich dann im Finale von einem Cyprioten bezwingen lässt? So gingen die Australien Open zu ende und ich kenne nun wenigstens die rudimentären Tennisregeln. Wie unser Boris zu sagen pflegt: Und dann hat er Gebreaked – äh – und dann habe ich zurück Gebreaked – äh und dann habe ich gewonnen.
Ja – und noch eine Weisheit – Grand Slam bedeutet, dass man alle vier Slams in einem Jahr gewinnt – und nur einer hat das bisher zweimal geschafft – Rod Laver (Australier) nach dem die Arena benannt ist und der dem Federer den Pokal gegeben hat.
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