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Grampians National Park 27.12 – 30.12.2005
Zwischen den Feiertagen hat mich mein Kollege Ian zu einer Tour in die Grampians eingeladen. Das ist eine Felsformation ca. 4 Stunden Nordwest von Melbourne. Ich hatte ja schon von einigen der Kollegen und auch von den nervigen Werksstudenten (3 Monate da, aber schon alles gesehen) viel gehört wie schön es da sein soll. Mit von der Party waren dann noch Karen - Ian’s Frau, Matt und Abby mit ihrem Kind Sarah. Ich war also das fünfte Rad am Wagen – und habe mich auf die Seite von Sarah geschlagen.
Wir sind am Dienstag gemütlich gegen zehn Uhr aufgebrochen – Ian und Karen sind zu mir gekommen und wir haben dann alles in mein Auto umgeladen (grösser und mit Klima). Dabei bin ich dann leicht blass geworden, denn die hatten nicht nur den halben Hausrat sondern auch Verpflegung für eine hungernde Meute Barbaren dabei – was ja nicht schlecht ist. Mit Matt und Abby haben wir uns dann auf einer Raststätte unterwegs getroffen und sind erst mal in den Stau der Stadtflüchtlinge geraten. Es war wunderbares Wetter vorhergesagt, und das heisst dann so zwischen 35 und 40 Grad – da flüchten dann schon ziemlich viele aufs Land. Unterwegs haben wir in Ballerat halt gemacht, einer kleinen Goldgräber Stadt die bekannt dafür ist im Winter die kälteste und im Sommer die Wärmste Stadt von Victoria zu sein. Dort haben wir aber nur kurz gehalten um uns ein Eis zu gönnen und die Füsse zu vertreten. Wir hatten eine Unterkunft in Stawell gebucht, eine kleine Stadt etwa 20 km vor den Grampians. Dort angekommen haben wir erst mal eine Führung durchs lokale Museum bekommen – auf jedenfalls hat das Haus so ausgesehen. Ich habe ja keine Ahnung wie Menschen in einem Haus leben können in dem man sich nicht traut auch nur irgend was anzufassen – aber wir hatten ja drei Tage um das auszuprobieren. Ich habe dann gleich mal mein Einzelzimmer bezogen, welches nicht ganz so schlimm nach Puppenstube aussah wie die anderen Räume und auch ein anständig grosses Bett beherbergt hat. „Your Hosts Noelene & Barry Prydderch, 19 – 21 Seaby - St. Stawell (03 5358 5164) jpcab@netconnect.com.au”
Ich musste dann auch feststellen, das Matt und Abby gleich mal den ganzen Haushalt an Board hatten, so das wir erst mal eine Stunde Sachen ins Haus getragen haben. Es war aber trotzdem noch genügend Zeit um nach “Halls Gap” zu fahren, welches  den Eingangspunkt zu den mittleren Grampians markiert. Dort sind wir in die Touri Info getigert und haben uns mir Karten und guten Ratschlägen eingedeckt. Und da wir ja alle etwas steif vom vielen fahren waren haben wir uns spontan zu einer kleineren Wanderung entschieden. Ich nenne das ja einen normalen Spaziergang – aber das ist ja mal wieder Ansichtssache. Wir sind also die kleine Runde „Venus Bath Loop“ gelaufen (2.3 km – easy). Das war eine kleine Schlucht durch die ein Fluss läuft der im oberen Teil über ziemlich glatte Felsen fliesst so das man die Kinder dort rutschen lassen kann. War eine schöne kleine Runde die uns einen Vorgeschmack auf die herrliche Landschaft gegeben hat. Klein Sarah hat sich auch gleich mal komplett durchnässt – es hatten also wirklich alle Spass. Abends haben wir und dann in der Puppenstube niedergelassen und bei einem Glas Portwein eine Runde Scrabble gespielt. Ratet mal wer nicht gewonnen hat.
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Am nächsten Tag ging’s dann schon in aller Frühe los mit gutem Frühstück. Matt hatte Nutella und Erdnussbutter eingepackt. Und das Müsli war auch nicht schlecht. Angeblich kann Berry das beste australische Frühstück machen – aber ich weigere mich halt immer noch den Tag mit Würstchen und heissen Tomaten mit Ei und Speck zu beginnen. Ich hatte mir in der Nacht mal noch das Kartenmaterial genommen und der Truppe verkündet, das ich gerne meinen e igenen Weg gehen möchte. Die Pärchen wollten vom „Wonderland Carpark“ hinauf zum „The Pinnacle“ laufen (4.2 km – medium-hard). Ich wollte aber den ganzen Loop laufen der schon unten im Tal beginnt und dann auch auf die Tour zum Gipfel mündet (Wonderland Loop 9,6km medium-hard) aber dann einen komplett anderen Weg wieder ins Tal nimmt. Ich habe mich also unten im Tal rauswerfen lassen und bin gleich munter in den Berg gestürmt. Vorbei an den “Venus Baths” bei denen wir ja schon Tags zuvor waren zu den Splitters Falls und weiter hinauf zum Carpark. Und wie ich es mir schon dachte habe ich die Truppe auf halbem Weg zum Gipfel eingeholt. Dabei muss man natürlich sagen, dass Matt die ganze Zeit die kleine Sarah auf dem Rücken hatte, die Mädels keine Wanderschuhe anziehen wollten (wegen der Schönheit halt) und die Hitze zu vielen kleinen Getränke-Stopps gezwungen hat. Der Weg auf den Gipfel ist wunder schön. Es geht so richtig über Berg und Tal durch kleine Schluchten und Anhöhen durch karge Landschaft und kleine Wäldchen. Ich war völlig verzaubert. Auf dem Gipfel haben wir dann erst mal Rast gemacht und uns an die Steilwand gestellt um coole Fotos zu machen. Das fanden die Mädels nicht so toll, da beide Höhenangst hatten.
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Was mir auf dem Gipfel nicht gefallen hat waren die vielen Leute. Natürlich werden da Gruppenweise die Japaner und Chinesen und was weiss d enn ich wer alles auf den Gipfel geschüttet. Aber ich hatte ja den langen Weg, und war deswegen die meiste Zeit alleine unterwegs. Also wer die Ausdauer hat – auf jeden Fall die grosse Runde laufen, die 400 Höhenmeter sind nicht weiter tragisch. Im Tal musste ich dann auch wieder auf die anderen warten, was gar nicht schlecht war, denn ich hatte eine Eisbude gefunden die französisches Eis verkauft. Wenn ich gewusst hätte wie gross die Kugeln sind, dann hätte ich nur eine oder zwei genommen. So aber bin ich dann mit einem kompletten Mittagessen versehen worden und musste gegen die Sonne anschlecken.
Die Mädels waren von der Wanderung ziemlich erschöpft und wollten nach Hause, aber auf den Vorschlag sich noch eine Winzergenossenschaft anzusehen und eine Weinprobe zu machen sind sie dann doch angesprungen. So sind wir zur WG Seppelt gefahren die wohl die grösste WG der Umgebung ist und haben uns beim Weinkosten ein wenig an- und aufgeheitert. Natürlich haben wir auch einige Flaschen gekauft – aber ich bin nicht der Meinung das er besonders gut ist. Bin halt von daheim zu verwöhnt.
Da es immer noch früher Mittag war haben wir die Mädels daheim abgesetzt und wir Jungs haben uns noch mal auf den Weg gemacht um uns die ganzen Aussichtspunkte im Park anzusehen. Die meisten davon kann man mit dem Auto erreichen. So sind wir dann zum “Baroka Lookout”, der zwar ganz schön ist aber nicht unbedingt sein muss. Dann wollten wir abkürzen und eine unbefestigte Strasse nehmen. Mit einem Sportwagen ist das so ne Sache, und ich bin ja schon mal damit im Sand stecken geblieben (siehe Lake Entrance). Und auch diesmal war uns das Glück nicht hold. Zwar sind wir nicht stecken geblieben, denn Ian ist ja ein ausgebuffter Offroad Fahrer, aber wir sind an einen kleinen Bach gekommen durch den die Strasse führt. Da würde man mit einem 4WD drüber lachen – aber mit einem Sportwagen?? Wir sind also wieder umgekehrt und über normale Strassen weiter zu den “MacKenzie Falls” gefahren. Die sind wirklich schön, besonders im Abendlicht. Leider auch hier wieder tausend Touristen die sich vor den Wasserfall posieren. Deshalb haben wir uns dann auch genervt ein wenig abseits gesetzt und einen wunderbaren kleinen Wanderweg in die Schlucht verschwinden sehen. Da haben wir uns ganz spontan entschlossen zum „Zumstein“ zu wandern (7 km – easy). Ich habe ein wenig mit mir gezaudert, denn es war ja schon sechs Uhr durch und die Sonne geht in solchen Schluchten ja schon ein wenig eher unter, aber ich dachte mir dann ich behalte die Uhr im Auge und bewege die anderen zum Umkehren wenn es mir zu heikel wird. Wir also frohen Schrittes in die Schlucht e inen echt schönen kleinen Wanderweg entlang – und ich war völlig überrascht was für ein Tempo die beiden Kollegen an den Tag gelegt haben. Da musst ja sogar ich in den zweiten Gang um mithalten zu können. So sind wir dann die 3.5 km in 40 Minuten durch die Schlucht marschiert. Für einen Ausflug kann ich die Route nicht wirklich empfehlen da sie im vergleich nur mittelmässig ist. Dafür kann man in “Zumstein” eine ganze Menge wilder Tiere sehen – besonders bei Anbruch der Dämmerung. Wir sind also munter wieder auf den Weg zurück – und plötzlich bin ich stehen geblieben weil ich das ungute Gefühl hatte mich beobachtet etwas. Und wie ich so meinen Kopf langsam nach rechts drehe dreht auch ein Känguruh seinen Kopf – fast auf meiner Augenhöhe und nur einen halben Meter entfernt. Ich habe den Schreckt des Tages bekommen, besonders als es mit einem riessen Sprung in die Büsche abgehauen ist. Wir haben dann noch einige gesehen und sind auch noch interessanten Papageien und einem Wallabi? begegnet. Ich kann übrigens jedem davon abraten einfach mal so ins Unterholz zu wandern, denn natürlich hatten wir nichts zu trinken mit dabei und auch sonst war alles im Auto, so dass wir doch ziemlich ausgedörrt und ein wenig fröstelnd wider am Wasserfall ankamen. Dafür waren wir locker noch bei Tageslic ht zurück so dass wir noch Zeit hatten zum „Reed Outlook“ zu fahren von dem aus man zu den berühmten „Balconies“ wandern kann. Die sind in jeder Broschüre über Victoria, Melbourne und sogar Australien zu sehen – also ein Muss. Ich war dann auch völlig überrascht, das fast niemand da war, und dass kann nicht an dem 1 km liegen den man da noch easy durch den Wald schlendern muss. Wir haben uns also am Ausguck postiert und auf den Sonnenuntergang gewartet. Leider war es sehr bewölkt und es wurde ziemlich kalt. Das hat dann aber auch noch die letzten Japaner vertrieben, so dass wir schnell über die Absperrung gehechtet sind und uns ins offene Maul der Balconies gestellt haben. Das wurde vor einem Jahr geschlossen weil einfach zu viele Menschen gleichzeitig dort sein wollten und wohl einer im Gemenge über die Kante gefallen ist. Wir haben dann aber auch nicht auf den Sonnenuntergang gewartet sondern sind heim gefahren um ein richtig grossartiges Australisches BBQ zu grillen und den guten neuen Rotwein zu vernichten. Da wurde die anschliessende Runde Scrabble viel lustiger als die vom Vorabend (habe trotzdem/deshalb verloren).
Der nächste Tag war ganz nach meinem Geschmack. Die Mädels haben gleich gesagt das sie keine Lust mehr auf Wandern haben weil die Füsse schmerzen und der Muskelkater quält und man ja auch am Pool hängen kann wenn die Sonne mit 34 Grad vom Himmel brutzelt.
Also sind wieder nur wir Jungs los – und ich hatte schon wieder genau die passende Tour parat. So sind wir zum „Rosea Campground“ und von dort aus auf den „Mt. Rosea Loop“ (12km medium-hard). Und ich will gleich mal vor weg nehmen – diese Wanderung geht in die Top 5 ein – so mit Grand Canyon und so. Es war also wirklich wunderbar. Eine Felslandschaft mit viel unterschiedlicher Vegetation und wirklich anspruchsvollen Wanderpassagen durch kleine Sc
hluchten und Tunnels. Kann man nicht in Worte fassen – muss man gesehen haben. Aber die Route ist lang und anstrengend und wir haben jeder 2 Liter Wasser verschwitzt auf dem Weg zum Gipfel. Der Mt. Rosea ist übrigens noch mal deutlich höher als der Pinnacle und überschaut die ganzen Grampians. Nach der Wanderung sind wir dann erst mal wieder zur französischen Eisbude um uns ein Mittagsesseneis zu hohlen und so gestärkt den Nachmittag zu planen. Matt hatte keine Lust mehr auf Laufen und wollte sich ein wenig in die Sonne setzten wohingegen ich und Ian noch Elan hatten. So hat uns Matt dann am „Sundial Carpark“ rausgeworfen und wir sind ueber „Devils Gap“ zum „Lakeview Look
out“ und von dort auf den „Sundial Peak“. Die Runde ist auch nicht schlecht, wird aber nach dem Peak sehr steil und ungemütlich. Wir waren dann zu faul den ganzen Berg wieder hoch zum Parkplatz zu laufen – besonders weil wir den Weg schon von underer Rosea Tour kannten. Deshalb haben wir Matt angerufen und er hat uns am „Delleys Dell“ aufgegabelt. Am Abend sind wir dann nach Sawell gefahren und haben es uns in einer Pizzeria gemütlich gemacht. Ich habe eine Lasagne bekommen an der selbst Garfield erstickt waere und wir hatten viel Spass. Zurück im Museum hatte ich keine Lust schon wieder beim Scrabble zu verlieren und habe „Die Siedler von Catan“ aus dem Koffer gezaubert. Ich glaube nun gibt es wieder ein paar mehr Siedler infizierte auf dieser Welt. Wir hatten ein richtig gutes Spiel und es wird bestimmt nicht das letzte gewesen sein.
Auf dem Heimweg sind wir dann über Ballarat nach Geelong gefahren. Dort haben wir einen kleinen Promenadenspaziergang gemacht und uns schnell wieder ins Auto verzogen. Die Temperatur hatte inzwischen fast die 40 Grad marke erreicht – und für mich ist normalerweise schon bei 30 Schluss – und im Winter ist das sowieso irgendwie komisch. Zu dem bin ich jedes mal in Geelong wenn es die Greate Ocean Road runter geht - da kenne ich die Promenade inzwischen ziemlich gut.
Dann sind wir weiter nach Queenscliff und haben die Fähre auf die andere Seite der Bucht genommen. Damit habe ich zum ersten mal die Bucht von Melbourne umrundet. Wir haben dann noch einen kurzen Strandspaziergang am „Safetie Beach“ gemacht und sind dann weiter zurück in die Stadt. Und so ging der Urlaub wunderbar zu ende.
Fazit: Grampians = ein muss für jeden Wanderfreund (http://www.visitgrampians.com.au)
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